Mittwoch, 11. Januar 2012

Weihnachten in Peru...

... dass heißt: Weihnachten weit weg von zuhause, Weihnachten in der "Ciudad de los Niños" - Weihnachten einfach mal ganz, ganz anders!
Zuerst einmal zur Weihnachtsdeko! Ganz, ganz schlimme Angelegenheit ;) Alles, wirklich ALLES blinkt, glitzert, gibt Weihnachtsmelodien von sich und ist einfach wirklich nur ziemlich überdekoriert- für meinen Geschmack jedenfalls! Hier ein paar Kostproben:
Fanilia "San Felix"

Die wunderhübsche Weihnachtsdeko meines Hauses- Familia "Sonrisa Franciscana"

Einer der künstlichen Weihnachtsbäume im Comedor- die Lichterkette, die immer die Melodie von "Santa Claus is coming to town" gespielt hat, sieht man leider nicht ;)

Weihnachtsbaum in Miralfores- noch einer der schöneren :)

Und auch noch ein Video, damit ihr's euch so wirklich vorstellen könnt:
video

So, genug zur Weihnachtsdeko! Nur- die hat sicherlich nicht zu meiner Weihnachtsstimmung beigetragen. Genauso wenig, wie das warme Wetter und das Fehlen von Weihnachtsmarkt, Lebkuchen und Glühwein, ohne Geschenkekaufstress und ohne die Frage: "was wünschst du dir dieses Jahr?".
Also- Weihnachtsstimmung gab's irgendwie nicht so, aber es sollte ja auch ein anderes Weihnachten werden, warum dann nicht auch ohne Weihnachtsstimmung?
Das komischste an Heiligabend war es wohl, nicht mit meiner Familie zu feiern. Ich hatte noch nie ein Weihnachten ohne meine Familie- und ich mag Weihnachten mit meiner Familie doch so gerne!
Und dann habe ich auch noch mit meiner ganzen Familie an Weihnachten geskypt- da kam dann doch ein bisschen Weihnachtsheimweh auf! Aber da auch meine liebe Familie ohne Weihnachtsbaum gefeiert hat, war es ja auch kein richtiges Weihnachten :P (Liebe Familie, nächstes Jahr bestehe ich auf einen richtigen, echten, wirklichen, frisch gefällten, schön geschmückten Weihnachtsbaum!:))

Also, kommen wir nun zu meinem Weihnachten.
Wie ich ja schon berichtet habe, ist die "Ciudad de los Niños" sehr religiös organisiert. Und da war es auch klar, dass alle gemeinsam am 24. Dezember in die Kirche gehen. Den Tag über hatten wir frei, die Kinder haben geschlafen- es sollte eine lange Nacht werden.
Um 21 Uhr sind dann alle in die Kirche (ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal an Weihnachten in der Kirche war!). Die Messe war ein bisschen länger als normal und es gab viel, viel Weihrauch!
Nach der Messe sind dann alle gemeinsam in den Comedor. Dort waren die Tische, nicht wie sonst in Reihen, sondern in einem großen Kreis aufgestellt. In der Mitte standen nach Häuser sortiert, die Geschenke für die Kinder. Die Geschenke wurden nicht von der Ciudad oder den Familien gekauft. Es wurde im Voraus eine Liste von allen Kindern an peruanische Freiwillige und Spender weitergegeben und dann hat jeweils ein Freiwilliger bzw. Spender ein Geschenk für einen Jungen gekauft.
Die Geschenke durften aber noch nicht aufgemacht werden. Zuerst gab es Essen. Rindfleisch in Soße und Kartoffelpüree und natürlich REIS.
Um Mitternacht gab es dann einen Countdown und dann haben sich alle Kinder aus die Geschenke gestürzt- auf jeden Fall sehr lustig mit anzusehen :D
Dann haben alle ihre Geschenke ausgepackt und die, die was zum ausprobieren hatten, haben sie natürlich direkt ausprobiert- Fahrräder, ferngesteuerte Autos- alles was ein Kinderherz so begehrt!
Um halb 2 sind dann alle zurück in ihre Häuser und ich in mein Bett. Am nächsten Morgen um 8 war ja wieder Frühstück angesagt ;) Allerdings das letzte, weil am 25. die Kinder von ihren Eltern bzw. Verwandten abgeholt wurden. Bis Februar sind nämlich Ferien und die Kinder zuhause.
Für mich hieß es an dem Tag Abschied nehmen von meinen Jungs, die ich ja schon zieeeeeeeeemlich ins Herz geschlossen habe!

Und hier noch ein Paar Bilder von Heiligabend:











Der erste Zwischenbericht nach 3 Monaten!

Auch, wenn es inzwischen 4 Monate sind und schon wieder einiges passiert ist! Aber davon werde ich noch berichten, genauso wie von Weihnachten fern von zuhaus! :)


Der erste Zwischenbericht, das heißt, drei Monate sind schon vorbei.
Drei Monate von meinem Jahr in Peru. Drei Monate von meinem Jahr in Lima.
Eine andere Kultur, eine andere Sprache, andere Menschen. Neue Erfahrungen, neue
Sichtweisen. Und viele, viele Veränderungen!
Nach dem Abitur ein Jahr lang etwas anderes machen, etwas sinnvolles- helfen! Genau
das wollte ich machen!
Im Oktober 2010 habe ich angefangen Bewerbungen zu verschicken. Zuerst war mein Ziel
nach Brasilien zu gehen, daraus wurde der Wunsch irgendwohin nach Südamerika zu
gehen. Letztendlich wurde es Peru!
Meine Entsendeorganisation ist der Landesverband Badisches Rotes Kreuz.
Am 08. September 2011 hat mein internationaler Freiwilligendienst am Frankfurter
Flughafen angefangen- auf nach Lima!

Ankunft und die ersten beiden Wochen in Lima

Nach einer Reise von fast 24 Stunden kamen wir am 09. September am Flughafen in Lima
an. Unser Koordinator Alois hat mich und meine Mitfreiwilligen Lena, Christoph und Luca
abgeholt. Schon bei der ersten Taxifahrt wurde uns klar, dass es viele, viele Dinge gibt, die
wir würden lernen müssen! Zum Beispiel das Busfahren, sich einigermaßen in der Stadt
auskennen oder auch nur über die Straße zu gehen ohne überfahren zu werden!
Wir gingen dann das erste mal peruanisch essen (Arroz con Pollo! Das soll es noch des
Öfteren geben!). Lena und Luca haben wir dann in ihre gemeinsame Unterkunft gebracht.
Danach sind wir (Christoph und ich) mit Alois in die „Ciudad de los Niños“, unserem
gemeinsamen Projekt gefahren. Das Gelände ist riesengroß und bis wir einen Überblick
hatten, was es alles wo gibt, hat es schon ein bisschen gedauert!
Die Ciudad ist ein Kinderheim und aufgeteilt in 9 „Familien“ in denen die Jungen nach
Altersstufen eingeteilt zusammen mit zwei bis drei Tutoren wohnen. Ich arbeite in der
Familie „Sonrisa Franciscana“, aber dazu später mehr.
Es arbeiten insgesamt neun Langzeitfreiwillige in der Ciudad, die alle in einem Haus auf
dem Gelände zusammenleben. Ich teile mir ein Zimmer mit zwei Engländerinnen, mit einer
von beiden arbeite ich auch zusammen. Christoph hat ein Zimmer für sich alleine.
Die ersten beiden Wochen arbeiteten wir noch nicht. Wir hatten einen Sprachkurs und
außerdem Einführungstage mit unserer anderen Koordinatorin, Flor. Bei den
Einführungstagen sollten wir von Flor mehr über Peru, das Land, die Leute, die Kultur, die
Politik, über Lima und vieles mehr erfahren. Die Einführungstage waren auch sehr
interessant und wir haben sehr viel erfahren!
Der Sprachkurs fand nicht in einer Sprachschule statt, sondern war eher privat organisiert.
Darin, finde ich, lag auch das Problem, welches später aufkam. Wir vier hatten gemeinsam
Unterricht bei einer Lehrerin. Die Vorkenntnisse waren auf sehr unterschiedlichem Niveau.
Für die Lehrerin war es schwierig, sich auf unsere sehr unterschiedlichen
Spanischniveaus einzustellen. Ich glaube, eine größere Sprachschule mit einem
Einstufungstest im Vorhinein wäre für uns besser gewesen. Auf jeden Fall kann ich im
Nachhinein sagen, dass mir der Sprachkurs leider nicht sehr viel gebracht hat.
Für Christoph und mich war es außerdem etwas problematisch, dass wir schon von
Anfang an in unserem Projekt gewohnt haben. Dadurch hatten wir jeden Morgen einen
Anfahrtsweg von einer Stunde mit dem Taxi (Busfahren hätte mehr als 2 Stunden
gedauert). Außerdem gab es ja noch die anderen Freiwilligen in der Ciudad, welche alle
am Arbeiten waren und im Alltag in der Ciudad. Wir waren aber den ganzen Tag
unterwegs und haben so nicht viel vom Alltag und der Arbeit mitbekommen. Die Situation
war dadurch einfach ein bisschen komisch. Vielleicht wäre es für uns besser gewesen,
wenn wir in der ersten beiden Wochen noch woanders gewohnt hätten, und erst in das
Projekt gezogen wären, als wir wirklich angefangen haben zu arbeiten.

Die Arbeit in der „Ciudad de los Niños“
Nach zwei Wochen fing auch für uns schließlich die Arbeit an. Die „Ciudad de los Niños“
beherbergt ca. 250 Jungen. Diese leben nach Altersstufen eingeteilt in neun
verschiedenen Häusern. Ich arbeite mit Evie, einer der beiden englischen Freiwilligen, mit
welchen ich mir ein Zimmer teile, im Haus „Sonrisa Franciscana“. Die 24 Jungen in
unserem Haus sind zwischen 7 und 9 Jahren alt.
In dem Haus arbeiten drei Tutorinnen, welche dort auch mit den Kindern wohnen und
während der kompletten Woche da sind.
Der Arbeitstag beginnt morgens um 6 Uhr. Am Anfang war es nicht unbedingt leicht auch
wirklich immer aus dem Bett zu kommen, aber man gewöhnt sich daran! Evie und ich
fangen damit an, den Hausaufgabenraum der Jungen zu putzen, was heißt, Tische sauber
machen, den Boden fegen und wischen. Um 6:30 gibt es Frühstück. Es gibt Brötchen, die
in der Bäckerei der Ciudad von den älteren Jungen gebacken werden, und einen warmen
Brei zu trinken. Der war gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen eigentlich doch lecker.
Danach gehen wir wieder zurück ins Haus und putzen weiter. Evie und ich putzen noch die
Waschbecken im Haus und den Hof, in dem die Kinder spielen. Die Tutorinnen putzen
jeden morgen gemeinsam mit den Kindern den Rest des Hauses (zwei Badezimmer,
Schlafbereiche und „Aufenthaltsbereich“).
Um 8 Uhr gibt es dann jeden Tag eine Messe in der Kirche der Ciudad. Da gehen alle
Angestellten der Ciudad und auch die älteren Jungen, welche nicht mehr in die Schule
gehen, hin. Den Freiwilligen ist die Teilnahme freigestellt. Da ich nicht religiös bin und wir
schon jeden Abend und Sonntag in die Kirche gehen, gehe ich morgens nicht.
Also habe ich von 8:00 Uhr bis ca. 13:20 Uhr eine Pause. Um 13:20 fangen wir an das
Mittagessen vorzubereiten. Also Tischdecken und Suppe austeilen.
Um 13:45, nachdem die Kinder aus der Schule zurück sind, essen alle gemeinsam zu
Mittag. Danach spülen wir das Geschirr ab. Zurück im Haus gehen die Jungen erst mal
alle auf die Toilette. Sie bekommen nur Mittags Toilettenpapier ausgeteilt. Eine
Besonderheit in der Ciudad, von denen ich noch weitere erleben sollte. Danach müssen
die Jungen ihre Schuhe putzen, die sie in der Schule anziehen. Dann fangen die Kinder
mit den Hausaufgaben an und wir helfen dabei (so weit es mit unseren
Spanischkenntnissen möglich ist!).
Es gibt in der Ciudad eine „Lavanderia“, in der die Wäsche der jüngeren Häuser
gewaschen wird (alles mit der Hand!). Wenn Wäsche aus der „Lavanderia“ zurückkommt,
bin ich meistens eine halbe Stunde damit beschäftigt diese zusammenzulegen und
wegzuräumen. Nach den Hausaufgaben haben die Jungen Zeit zum Spielen- dann ist
Fußball, Seilspringen oder Fangen spielen angesagt! Um 16:45 ist dann Duschzeit.
Alle Jungen gehen jeden Tag duschen (was auch nötig ist, weil es hier so trocken und
staubig ist!). Danach gibt es Abendessen.
Vor und nach jedem Essen müssen sich die Jungen in zwei Reihen hintereinander
aufstellen. Dann sagt eine der Tutorinnen: „Distancia, firmes, descanso, attencion“. Wobei
die Jungen dann bei dem jeweiligen „Befehl“ den Arm nach vorne ausstrecken, zur Seite
nehmen, das Recht Bein zur Seite ausstellen und dann zum Schluss das Bein wieder
zusammennehmen und dabei die Hände hinter dem Rücken zusammennehmen. Das ist
irgendwie alles sehr strikt, fast schon militärisch und für mich sehr, sehr ungewohnt.
Auch im „Comedor“, dem Essensraum, müssen dann alle erst einmal stehen bleiben, bis
alle Häuser da sind und alle gemeinsam das Gebet gesprochen haben. Das ist vor und
nach jedem Essen so.
Auch eine sehr, sehr ungewohnte Angelegenheit.
Nach dem Abendessen gehen wir dann jeden Tag in die Kirche. Das ist unter der Woche
eher eine 30-minütige Sing- und Tanzstunde, aber trotzdem Kirche und ganz Anders, als
alles was ich vorher so gemacht habe.
Danach gehen wir zurück ins Haus. Die Jungen müssen sich wiederum in zwei Reihen
aufstellen und dann noch einmal beten. Jetzt beginnt die Zeit, in der es den „Tadel“ gibt.
Das heißt, alle drei Tutorinnen sagen den Jungen, was am Tag alles falsch gelaufen ist,
was sie falsch gemacht haben, wo sie sich falsch verhalten haben und wie sie es das
nächste Mal besser machen sollen. Lob gibt es, wenn überhaupt, nur sehr selten. Danach
gehen die Kinder dann ins Bett und ich bringe noch, falls es Klamotten für die Lavanderia
gibt, diese in dorthin. Danach habe ich gegen ca. 20 Uhr Feierabend.
Samstags haben wir den kompletten Tag frei (außer es gibt irgendwelche Feste oder
andere Events). Sonntags haben wir bis 18 Uhr frei, dann gehen alle in die Kirche und
danach essen alle gemeinsam.

Probleme bei der Arbeit und mit der Wohnsituation
Die Arbeitssituation war für mich von Anfang an schwierig. Zum einen war mein Spanisch
noch nicht so gut, sodass die Kommunikation mit den Tutorinnen von Anfang an schwer
war. Zum anderen hatte ich auch von Anfang an das Gefühl, dass die Tutorinnen
irgendwie überhaupt nicht mit mir reden wollen und auch gar nicht an mir als Person oder
an mir als Freiwillige interessiert waren.
Als ich anfing zu arbeiten hat mir Evie, die englische Freiwillige, alles gezeigt. Sie hat mir
erklärt, was unsere Aufgaben sind, wie der Tagesablauf ist und was generell so vor sich
geht. Von den Tutorinnen habe ich nichts gezeigt oder erklärt bekommen. Auch auf
persönlicher Basis war es eher schwierig. Nicht nur, dass sie nicht mit mir über die Arbeit
gesprochen haben, sie haben gar nicht mit mir gesprochen. Auch wurde ich den Kindern
nicht vorgestellt, wer ich bin,was ich mache, woher ich komme oder wie lange ich bleibe.
Die Art und Weise, wie die Tutorinnen mit den Kindern umgegangen sind (und auch immer
noch umgehen) ist für mich sehr schwer zu verstehen. Es entspricht überhaupt nicht
meiner Vorstellung von Erziehung und vom Umgang mit Kindern. Ich habe das Gefühl,
dass die Tutorinnen nie auch nur ein nettes Wort für die Jungen übrig haben. Ihnen wird
immer nur gesagt, wenn sie etwas schlecht machen. Wenn das der Fall ist, dann werden
die Kinder angeschrien und bei den Hausaufgaben wird ihnen dann auch schon mal das
Heft über den Kopf gezogen. Wenn das die Ausnahme wäre, würde ich ja noch damit klar
kommen. Allerdings ist es wirklich so, dass fast den ganzen Tag nur rumgeschrien und
rumgemotzt wird. Von den Tutorinnen kommt nicht ansatzweise mal ein Lächeln für die
Kinder, geschweige denn ein paar nette Worte. Auch wenn die Jungs natürlich manchmal
auch anstrengend sind, verhalten sie sich meiner Meinung nach, untereinander wirklich
freundschaftlich und sozial. Sie teilen immer ihre Süßigkeiten helfen einander, wenn sie
Hilfe brauchen. Mit den Kindern wird einfach manchmal wegen Dingen geschimpft, die ich
wirklich nicht nachvollziehen kann.
Mit der Zeit bekam ich einfach immer mehr das Gefühl, dass die drei Tutorinnen überhaupt
nicht wollen, dass wir als Freiwillige da sind. Der anderen Freiwilligen, die mit mir
zusammenarbeitet, geht es ähnlich. Wir haben uns auch am Anfang ganz gut verstanden,
allerdings wurde es auf die Dauer ziemlich anstrengend den ganzen Tag mit einer Person
zusammen zu arbeiten und zu wohnen.
Wie schon gesagt, wohne ich ja in dem Projekt. Das heißt, die neun „Langzeitfreiwilligen“
haben ein Haus auf dem Gelände der Ciudad, in dem sie wohnen. Unser Apartment (das
heißt 1 gemeinsames Schlafzimmer, 1 Wohnzimmer und 1 Badezimmer) habe ich mir die
ersten zwei Monate mit den beiden Engländerinnen geteilt. Ich wohne also mit meiner
„Arbeitskollegin“ zusammen und wir gehen uns manchmal ziemlich auf die Nerven. Man
hat nicht die Möglichkeit sich mal zurückzuziehen, weil dafür einfach kein Raum ist.
Demnach bleibt auch die Privatsphäre auf der Strecke. Seit einem Monat wohnt noch eine
Italienerin hier, das heißt wir wohnen zu viert in zwei Zimmern, was die Situation nicht
unbedingt verbessert hat.
Außerdem habe ich dadurch nie wirklich die Gelegenheit mal Abstand vom Projekt zu
bekommen oder auch mal nur alleine zu sein. Entweder ich arbeite, dann bin ich im
Projekt. Wenn ich in unserem Zimmer bin, kann ich auch nicht alleine sein, wegen meinen
Mitbewohnerinnen. Und wenn ich nach dem Arbeiten mal aus dem Zimmer raus gehe um
alleine zu sein bin ich wieder im Projekt.
Irgendwie hat diese ganze Situation dazu geführt, dass ich mich sowohl bei der Arbeit, als
auch mit meiner Wohnsituation sehr unwohl gefühlt habe.
Daraufhin suchte ich das Gespräch mit dem Leiter des Waisenhauses. Das Gespräch
verlief ziemlich gut. Er hatte Verständnis für meine Situation und hat gesagt, er wolle nicht,
dass es mir in der Ciudad nicht gut gehe. Danach hat er das Gespräch mit den Tutorinnen
gesucht. Diese haben gesagt, dass ihnen die Probleme so nicht aufgefallen wären, dass
sie aber versuchen würden die Situation zu ändern. Mich haben sie allerdings nie auf die
Situation angesprochen. Meiner Meinung nach, hat sich allerdings auch danach leider
nichts verändert. Nach einiger Zeit und nach noch einigen weiteren kleineren Vorfällen mit
den Tutorinnen, aber auch mit meinen Mitbewohnerinnen, habe ich mich dazu
entschlossen, das Projekt zu wechseln.

Projektsuche und neues Projekt

Nach einem Gespräch mit meiner Ansprechpartnerin vom Roten Kreuz in Deutschland,
Silva Clemens, und weiteren Gesprächen mit meinen Koordinatoren vor Ort, habe ich
angefangen mir mit Hilfe meiner beiden Koordinatoren ein neues Projekt zu suchen. Ich
habe mir verschiedene Projekte angeschaut und auch zur Probe gearbeitet, um zu sehen,
ob mir das Projekt auch wirklich gefällt. Das eine Projekt ist ein Straßenkinderprojekt. Die
anderen Projekte sind kleinere Projekte des staatlichen Trägers INABIF. Davon war eines
ein Kindergarten und das andere ein Waisenhaus (jedoch ganz anders als die Ciudad).
Inzwischen steht fest, dass ich in der ersten Januarwoche in dem Projekt „Instituto Mundo
Libre“ anfangen werde. Dies ist ein Projekt, in welchem Kinder untergebracht sind, die auf
der Straße gelebt haben und abhängig vom schnüffeln eines Klebstoffes waren. Die
Kinder im Alter von 9 bis 17 Jahren wohnen dort, gehen dort zur Schule, erhalten
psychologische Unterstützung und arbeiten in „Talleres“, das sind Werkstätten, in denen
zum Beispiel Keramikfiguren hergestellt werden. Diese werden in einer anderen „Taller“
angemalt und daraufhin verkauft.
Bis Weihnachten werde ich noch in der „Ciudad de los Niños“ arbeiten und auch
Weihnachten noch in der Ciudad verbringen. Am 25. Dezember gehen die Jungen für
einen Monat nach Hause. Es sind Sommerferien, das heißt, das Projekt hat auch Ferien.
In der Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr werde ich umziehen, wohin steht
allerdings noch nicht fest.

Fazit
Nachdem ich meinen eigenen Bericht gelesen habe, habe ich festgestellt, dass sich das
bis jetzt alles doch irgendwie sehr negativ anhört. Allerdings gibt es auch wirklich schöne
Momente und ich bereue es auch nicht, dass ich den Schritt gegangen bin, hierher zu
kommen.
Die Jungen, mit denen ich zusammenarbeite, habe ich schon wirklich ins Herz
geschlossen. Sie sind einfach, trotz der Atmosphäre und der Struktur hier, so fröhlich und
aufgeschlossen. Sie lachen viel und machen viele Späße. Und manchmal kommen sie
und umarmen dich einfach oder setzen sich zu dir, nur um bei dir zu sein. Welches Herz
schlägt da nicht höher?
Ich werde sie auf jeden Fall auch wieder in der Ciudad besuchen, wenn ich in dem neuen
Projekt arbeite.
Außerdem gefällt mir das Leben an sich und das Leben in Lima sehr. Ich fühle mich zwar
in der Ciudad nicht besonders wohl, in Peru an sich allerdings schon.
Es ist zwar vieles anders, aber gerade das macht es auch interessant und spannend.
Es gibt viele neue Dinge zu entdecken, die Kultur ist sehr vielfältig und man lernt viele
neue Leute kennen.
Es ist einfach alles ganz anders als in Deutschland, aber ich mag es!
Auch unser Kurztrip, den wir nach Ica, Huacachina und Paracas unternommen haben, hat
mir sehr geholfen auch mal ein bisschen Abstand zu gewinnen und entspannter wieder in
die Arbeitssituation zu gehen. Dabei noch etwas vom Land zu sehen und wieder neue
Dinge zu entdecken war natürlich auch toll.
Ich freue mich darauf, bald in dem neuen Projekt anfangen zu können. Ich hoffe, mich
dort mehr nach meinen Vorstellungen einbringen zu können. In meinem zweiten Bericht in
3 Monaten werde ich über meine Erfahrungen dort berichten.

Montag, 19. Dezember 2011

Erdbeben!

Kleiner Zwischendurcheintrag! Heute Nacht bin ich aufgewacht und dachte erstmal ich bin betrunken! Alles hat irgendwie so komisch gewackelt und geklappert und ich habe erstmal gaaaaaar nicht gecheckt was los ist! Betrunken konnte ich aber eigentlich nicht sein- geht schlecht ohne Alkohol am Abend davor! Und bis ich mal verstanden habe, was los ist, das hat schon ein bisschen gedauert! Dann war es schon irgendwie ein bisschen angsteinflößend! Ich meine, wirds noch stärker? Ist es überhaupt stark, oder bin ich vielleicht doch nur betrunken? Soooooooooo ein komisches Gefühl! MEIN ERSTES ERDBEBEN IN PERU!!! Es gab wohl schon zwei andere seit ich hier bin, die habe ich aber nicht gespürt. Das heute Nacht hatte eine Stärke von 4,5. Keine Ahnung ob das viel ist- aber ein stärkeres muss ich nicht unbedingt erleben!

Das wars auch schon! Sonst gehts mir gut! Zur grausamen Weihnachtsdeko folgt bald noch ein kleiner Beitrag und dann kommt auch bald mal wieder was größeres demnächst, denke ich :) !

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Der erste Kurzurlaub :D

Nachdem ich mich ja seit über einem Monat nicht mehr gemeldet habe (Schande über mein Haupt...;)) wollte ich euch doch nicht vorenthalten wie unser erster Wochenendtrip war! :)
"Unser" erster Wochenendtrip waren Christoph, Jonas und ich. Christoph ist der andere deutsche Freiwillige, der in meinem Projekt arbeitet und Jonas ist ein deutscher Freiwilliger, den wir hier kennengelernt haben!

Da ich ja im Blog-instand-halten nicht so die schnellste bin, ist das ganze auch schon wieder fast 2 Wochen her! Aaaaaber das macht ja nichts ;)
AAAALSO:
Wir sind am Samstagmorgen um 7 Uhr losgefahren, das heißt eher, wir haben uns an die Panamericana del Sur gestellt, auf einen Bus gewartet der anhält und noch Plätze nach Ica frei hat. (Christoph und ich haben es nämlich verpeilt unsere Buskarten rechtzeitig im Internet zu buchen!)  Nachdem 3-4 Busse ohne uns weitergefahren sind, weil sie keinen Platz hatten oder auch gar nicht nach Ica gefahren sind und einer unser Gepäck erst ein- und dann wieder ausgepackt hat, haben wir dann nach ca. 30 Minuten doch einen Bus gefunden. Und es war auch noch billiger, als wenn wir es im Internet gebucht hätten. Nach knapp 4,5 Stunden Fahrt sind wir dann in Ica angekommen und dort direkt in ein Taxi gestiegen um nach Huacachina zu fahren. Huacachina ist eine Oase in der Wüste, die außerhalb von Ica liegt. 
Huacachina- mit dem müffelnden Oasensee :)


Dort haben wir uns dann ein Hostel gesucht (das sogar einen Pool hatte- nicht schlecht!) und sind erstmal etwas essen gegangen. Wobei wir direkt schon festgestellt haben, das Huacachina doch unglaublich touristisch ist und alles (bzw. jedenfalls Essen und Trinken) ungefähr das doppelte kostete wie in Lima- aber Essen und Trinken muss ja trotzdem sein und lecker war es auch :). Danach haben wir im Hotel eine Sanboard- und Wüstebuggy Tour gebucht und uns nochmal an den Pool geschmissen. Als uns der Sandbuggyfahrer dann am Hotel abgeholt hatte meinten alle "Einheimischen" er wäre verrückt. Wir dachten natürlich- ja klar, das sagen sie eh bei jedem- aber der war WIRKLICH WAHNSINNIG ;) Der ist da die Dünen in einem Tempo hoch und runter gebrettert- ich dachte der ist Lebensmüde! Das war wie Achterbahn fahren- nur dass man sich da nicht Gedanken machen muss, ob sich das Fahrzeug nicht gleich überschlägt! Und dann hat er nicht mal geguckt, wo er überhaupt hin fährt! Aber man hat doch gemerkt, dass er die Dünen einfach irgendwie in und auswendig kannte.
Und Sandboarden ist ja so sau lustig! Und ich habe es ja sowas von nicht hinbekommen! Die erste Düne sind wir auf dem Bauch auf dem Brett runtergerutscht und danach konnten wir es im stehen versuchen, wenn wir wollten- haha versucht habe ichs! Ich war nicht so erfolgreich und für mein allerwertestes Hinterteil war auch der Sand auf dem ich gelandet bin unerwartet hart! Es gibt Videos ;)! Auf jeden Fall kamen dann nach den 3 kleinen Dünchen zwei wirkliche Dünen! Oh mein Gott, das ging bestimmt 30 Meter runter- haha die habe ich dann nicht mehr versucht im stehen runterzukommen, da bin ich dann direkt auf dem Bauch runtergerutscht! War auch unerwartet schnell und ich war danach schon sehr froh, dass ich es nicht im stehen versucht habe ;) Man hat übrigens nach dem Sanboarden den Sand ÜBERALL in den Klamotten- wir hätten unseren eigenen Sankasten zusammentragen können :P
Naja, wir haben's versucht ;)

DÜÜÜÜNEN, Dünen, Dünen- überall Dünen
Sonnenuntergang in der Wüste- hat auch was :)


Wie gesagt, ich hab's wenigstens versucht :P


Nach der Wüstentour waren wir dann noch was essen und haben noch ein bisschen gechillt. Abends ging bei uns im Hostel 'ne Party- haha aber wir Schnarchnasen haben gepennt! Aber sooo viel haben wir wohl nicht verpasst! Und so im Großen und Ganzen mochte ich Huacachina auch nicht wirklich- war mir doch viel zu touristisch und viel zu viel auf „wir wollen nur euer Geld haben“ ausgelegt! Und der See in der Oase hat übrigens gestunken, also war der auch nicht wirklich einladend!
Am nächsten Morgen sind wir dann zurück nach Ica und haben da was gefrühstückt- viel länger wollten wir da aber auch nicht bleiben, laut, hektisch und irgendwie nicht so schön.
Also haben wir beschlossen, wir fahren nach Paracas!! Da sind die Islas Ballestas- da kann man sich Pingüinos, Leónes Marinos und geschätzte (meine Schätzung :P) 3874609871 verschiedene Vogelarten angucken.
Nach einer Stunde Busfahrt sind wir dann auch in Pisco angekommen und mussten dann nur noch mit dem Taxi weiter nach Paracas- was wesentlich sympatischer war als Ica und Huacachina! Eine süße kleine Stadt an der Küste, in der immer Morgens alle Touris auflaufen um zu den Inseln zu fahren. Nach ein wenig rumgesuche haben wir dann in ein Backpackerhostel eingecheckt- sehr einfach aber für uns vollkommen ausreichend und billig wars auch! Dann haben wir uns erstmal ein bisschen an den Strand gelegt und die Sonne genossen :) In dem Hostel konnte man die Küche benutzen, was wir dann auch getan haben um mal günstig abend zu essen. Dann gab es Spaghetti mit mehr oder weniger Soße- lecker, lecker :) 
Leeeeecker :D Mal was anderes, als Reis mit Bohnen :P

Den Abend haben wir dann mit unserem Bierchen in den Hängematten vom Hostel verbracht- auf jeden Fall werde ich mir eine Hängematte kaufen und in mein Zimmer hängen (also hier kaufen und in Deutschland aufhängen- wenn das mal nicht ein gutes Andenken ist!) und dann mache ich die Augen zu und denke ich bin am Meer ;)
Haha mein Lieblingsplatz in unserem Hostel :D

Am nächsten Morgen sind wir dann um 8 zu den Inseln gefahren- sooooo viele Vögel habe ich in meinem Leben noch nicht auf einmal gesehen! Hat mich gewundert, dass niemandem auf den Kopf geschissen wurde :P Und so Seelöwen und Pinguine mal in freier Natur zu sehen ist auch cool gewesen
Pingüinos :D

Pelikane!

SEEEEEEELÖÖÖÖWEN :D:D


Zurück im Hostel haben wir erstmal geschlafen, dann gegessen, dann sind wir nochmal an den Strand an dem an einem Montagmorgen wirklich NICHTS los war- sehr entspannend- so ganz anders als in Lima! Aber da war das Wochenende und unser freier Tag auch schon vorbei- und ab gings zurück nach Lima! 
Und hier bin ich wieder fleißig am Arbeiten und hoffe, dass es ganz bald wieder einen Wochenendtrip (oder auch Wochentrip?! :D) geben wird!

Dienstag, 25. Oktober 2011

56 Aniversario de la Ciudad de los ninos!

Und auf Deutsch: 56. Jubiläum der Ciudad de los ninos!

Das war am Sonntag! Womit ich das ganze Wochenende durchgearbeitet habe (weil ich auch am Samstag ausnahmsweise arbeiten musste) und jetzt das Gefühl habe, es müsste eigentlich Freitag sein und ich bräuchte mal wieder einen Tag frei ;)

Aber der Sonntag war schön! Das ganze hat- war ja auch nicht anders zu erwarten- mit einem Besuch in der Kirche angefangen! Es waren nicht nur die Kinder und die Mitarbeiter der Ciudad da, sondern auch ein Großteil der Eltern und ein paar andere Menschen, die die Ciudad gerne besuchen und unterstützen ;)
Anschließend gab es lecker Essen :D
Wenn man "von außerhalb" kam, konnte man eine Karte kaufen um für 20 Soles Pachamanca zu essen. Und dann hat noch jedes Haus aus der Ciudad für weniger Geld Essen verkauft, z.B. Arroz con Pollo, Arroz Chaufa oder Tallarines con Pollo.
Wir Freiwilligen konnten uns aussuchen, was wir essen wollen- und wenn man schon mal die Möglichkeit hat Pachamanca zu probieren, dann sollte man das doch auch machen! Pachamanca ist ein traditionelles Inka Gericht! Das ganze wird in einem "Erdloch" zubereitet (hört sich komisch an, ist aber so!).
Das Essen besteht aus Fleisch (Hühnchen und Schwein), Kartoffeln, Mais und noch anderem Gemüse. Das alles wir in diesem "Erdloch" auf heiße Steine gelegt und mit einer Decke (oder sowas ähnlichem) abgedeckt. Danach kommt noch Erde oben drauf und das Ganze bleibt dann ungefähr eine Stunde unter der Erde und wir so gekocht/gegart/gebraten (wie auch immer). Dann wird alles aus der Erde geholt und kann gegessen werden- und ist auf jeden Fall seeeeeeeeehr lecker :D

Nach dem Essen gab es dann die Aufführungen, die alle einstudiert hatten. Jedes Haus hatte einen Tanz oder etwas anderes einstudiert und das wurde dann alles nacheinender aufgeführt. Das meiste waren irgednwelche traditionellen peruansichen Tänze, aber es gab auch moderne Tänze und auch alle Freiwilligen haben getanzt. Ich habe leider das Video noch nicht, aber es wird folgen ;)
Auch die Jungs aus meinem Haus haben so einen traditionellen Tanz vorgeführt und hatten alle süße peruanische Kosüme an und waren voll aufgeregt vorher- aaaach ich habe sie ja schon lieb :D

Während dem ganzen Tag haben die Bäckerei, die Schreinerei und die Schuhwerkstatt der Ciudad ihre Sachen verkauft- und bei der Bäckerei bin ich ja inzwischen Stammkunde- alles soooooo lecker!
Am Abend war dann keine Kirche mehr (war ja auch Vormittags schon gewesen) und wir mussten auch nicht mehr arbeiten und so hatten wir Zeit noch ein bisschen Zeit mit Lena und Luca zu verbringen, die uns an dem Tag besuchen gekommen waren :)
Und jetzt sidn wir wieder alle fleißig am arbeiten und hoffen, dass das nächste Wochenende schnell kommt und wir mal wieder einen Tag frei haben :)

Montag, 24. Oktober 2011

Oktoberfest

... Oktoberfest? Und ihr dachtet ich wäre in Lima? Da habe ich euch wohl alle schöööööön reingelegt! Haha- Spaßi! JAAAA OKTOBERFEST IN LIMA!!!
Das Oktoberfest in Lima fand vor zwei Wochen von Donnerstag bis Sonntag statt. Wir, als waschechte deutsche, durften uns das natürlich nicht entgehen lassen (in Deutschland war ich ja noch nie auf dem Oktoberfest, aber okay!).
Ich war da mit den drei anderen Freiwilligen, der Mariella, der Caro, dem Eduardo und dem Robin (ein anderer deutscher Freiwilliger, der auch bei der Mariella wohnt im Moment).
Christoph und ich sind mit der Mariella mit dem Taxi zu dem Geländer gefahren, auf dem das war- und mich hat fast der Schlag getroffen! Rieeeeeeesengroßes Festzelt und wir standen nur davor und haben von drinnen schon die deutsche Volksmusik gehört! Da hat nämlich 'ne original aus Bayern eingeflogene Band gespielt! Haha wie wir gelacht haben :D Dann kamen wir ins das Festzelt- und es war einfach alles schöööööön weiß-blau dekoriert und überall hingen so bayrische Fähnchen rum!


Und dann mal wieder zu meinem Lieblingsthema- das ESSEN! Es war guuuut! Alle Gerichte waren "typisch deutsch". Es gab z.B. Krustenbraten, Schweinehaxe, Bratwürstechen, Weißwürste- und zu allem natürlich Sauerkraur und/oder Kartoffelsalat und Brezeln.
Dann gab es noch eine Bäckerei "Panadería Pastelería Alemana". Die haben Kuchen und so andere Süßsachen verkauft- GÖTTLICH! Erdbeerkuchen, Apfelstrudel, Donuts (nicht unbedingt typisch deutsch, aber okay ;)), Apfelstreuselkuchen, Bienenstich........ Auf jeden Fall wurde es mit Eintritt, gutem Essen, Bier und Taxi ein teurer Abend! Aber bei dem Essen, was wir hier in der Ciudad unter der Woche bekommen, musste man da ja auch mal zuschlagen ;) Warum auch immer, aber leider habe ich keine Bilder vom Essen gemacht- aber ich denke, ihr wisst eh alle so uuuungefähr wie es aussah! ;)

Auf der Bühne war die ganze Zeit Programm, also schööööne deutsche Musik, ab und zu mal EIN PROOOOSIT und dann noch so Spiele, wie wer länger einen Bierkrug halten kann und ein Schuplattler Tanzwettbewerb ;)


Als wir dann alle fertig gegessen hatten (was seine Zeit gebraucht hat) endeten wir dann dabei, zu Alice und YMCA auf den Bänken zu tanzen :D
video

Nach der deutschen Band kam dann noch eine Salsa-Band! Da haben dann die ganzen Peruander das Tanzbein geschwungen und wir haben uns dezent zurückgehalten ;)
 Aaaachso es gab auch noch so schöne Verkaufstände wie Lufthansa, Bosch und irgendwelche deutsche Pfannen und Topf Hersteller!
Daaaas war's dann aber auch schon zum Oktoberfest- das viel Bier geflossen ist (bei uns natürlich niiiicht ;P) das ist ja wohl auch klar! :)

Sonntag, 16. Oktober 2011

Meine vierte Arbeitswoche fängt morgen an...

... und ich dachte, ich bearbeite mal meinen (zugegebenermaßen in letzter Zeit etwas vernachlässigten) Blog!
Ich arbeite in der Ciudad in der Familie "Sonrisa Franciscana", die Jungs die dort leben sind zwischen 7 und 9 Jahren alt. In der Familie gibt es drei Tutorinnen, die dort permanent leben und arbeiten. Außerdem arbeitet dort auch Evie, eine der beiden englischen Freiwilligen, mit denen ich zusammen wohne!
Meine Arbeitszeiten sind: Montag bis Freitag von 6 bis 8 und von 13 bis 20 Uhr, Samstags haben wir den ganzen Tag frei und Sonntag arbeiten wir von 18:40 bis ca. 20 Uhr.

Der Tag beginnt mit... Putzen! Wir gehen jeden Morgen um 6 Uhr in unser Haus und fangen an zu putzen (fegen und wischen, drinnen und draußen- bis alles blitze blanke sauber ist!). Um ca. 6:30 gehen wir dann mit dem gesamten Haus zum Frühstück. In dem großen Essensaal frühstücken alle Häuser zusammen. Vor und nach dem Essen wird immer gebetet, sehr ungewohnt- aber passt schon! Das Vater Unser kann ich inzwischen fast schon auf Spanisch ;)
Nach dem Frühstück gehen wir wieder zurück ins Haus und putzen ca. bis 8 Uhr weiter. Die Jungs helfen beim putzen (jeder hat seine Aufgabe), bis sie um 7:20 in die Schule gehen.
Um 8 Uhr ist jeden morgen noch eine Messe in der Kirche für das Personal und die Freiwilligen, da müssen wir allerdings nicht hingehen- und da ich schon jeden Abend in die Kirche gehe (was für mich ja bekanntlich eine Steigerung von über 100% ist), gehe ich da nicht hin.

Das heißt, ich habe von 8 bis 13 Uhr Pause- meistens gucken wir einen Film, schlafen, gehen Einkaufen oder irgendwie sowas. Leider lohnt es sich nämlich nicht für uns wirklich etwas zu unternehmen, da unser Projekt ja schon etwas außerhalb liegt und die Fahrtzeit überallhin einfach zu lang wäre. (Übrigens klappt das mit dem Busfahren inzwischen echt ganz gut!:D) Und bis auf den Markt, den Supermarkt und 270000 kleine Mini-Geschäfte hat San Juan de Miraflores leider nicht so viel zu bieten!

Um 13 Uhr fangen wir an das Mittagessen vorzubereiten, Tischedecken, Suppe und Getränke austeilen- und das wars auch schon. Um 13:20 gibts dann Mittagsessen, nachdem die Jungs aus der Schule zurück sind.
Nach dem Mittagessen wird dann erstmal auf Toilette gegangen. Ernsthaft! Irgendwie finde ich das ganze immer noch lustig! Die Jungs müssen sich in zwei Reihen aufstellen und bekommen von den Tutorinnen Toilettenpapier ausgeteilt (das gibt es auch nur nach dem Mittagessen!) und dann dürfen immer 6 Jungs gleichzeitig auf Toilette gehen- mehr Toiletten gibt es nicht! Haha und dann stehen die letzten in der Reihe und warten, dass die Toiletten frei werden und können kaum noch an sich halten :P.
Anschließend werden die Hausaufgaben gemacht, wobei ich helfe, so gut ich kann. Auch wenn es niemand gedacht hätte- hier ist Mathe meine Stärke!! (da braucht man nicht so viel Spanisch zu UND es sind halt doch Jungs im Alter von 7 bis 9! ;))
Die Jungs, die fertig sind mit den Hausaufgaben dürfen dann in den Hof spielen. Fußball, Seilspringen oder andere Spiele, die ich meistens nicht verstehe- aber lustig ist es immer!
Um 17:45 ist dann Zeit zum duschen für die Jungs und danach gehts ab zum Abendessen. Das Abendessen haben nur die "jüngeren" Häuser vor der Kirche, die älteren essen nach der Kirche!